Foto: Montage Chris Zenz

Seine ins Handy gerotzten Kommentare, die antiquierte, voller verunglückter Metaphern steckende Sprache und der staccatoartige Duktus beleidigen seit einigen Jahren nicht nur Politiker, sondern auch die Ohren jener, die zufällig in ein Gerald-Grosz-Video hineinstolpern. Und derer gibt es nicht wenige. Für seine Fangemeinde, die sich hauptsächlich aus der rechten Ecke rekrutiert, ist er eine Art Robin Hood, der es den Linken endlich so richtig reinsagt. Für alle anderen ist er wie ein Verkehrsunfall – man kann nicht wegschauen, auch wenn’s grauslich ist. Mittlerweile ist aus den aus Langeweile des Ex-Politikers entstandenen Videos ein recht lukratives Geschäftsmodell geworden. So darf Grosz bei „Österreich“ kolumnieren und wird in Polit-Talkshows herumgereicht.

Empörium

Dieser Tage hat der Grazer Hassprediger einmal mehr zugeschlagen. Genüsslich hat Grosz ein Foto von Werner Kogler beim Verzehr eines McDonald’s-Burgers auf Instagram gepostet, versehen mit einem gewohnt halblustigen Text. Und wieder tappten die moralinsauren Kommentatoren der Republik in die Falle. Das Empörium, angeführt von Falter Chefredakteur Florian Klenk, ist entsetzt. Wie kann man denn nur und überhaupt. Besonders lustig wird’s dann, wenn Leute wie Claus Pandi sich in der Kronen Zeitung, bei der Leute wie Michael Jeannée ihr Unwesen treiben, in einem Kommentar über den bösen Gerald Grosz echauffieren. Ja, seine Videos sind widerlich, aber in dem Fall bin ich auf seiner Seite. Für Werner Kogler, den Vorsitzenden einer Ökopartei, ist ein McDonald’s-Besuch ein No-Go. Grosz nennt das Wasser predigen und Wein saufen. Ich sag’s ungern: In dieser Causa hat er nicht unrecht.