„Ich sehe nicht die Probleme, sondern die Lösungen dazu.“ Martina Rüscher, Landesrätin Foto: walser-image.com

Weekend: Wie erfolgte Ihr Einstieg in die Politik?
Martina Rüscher:
Im Jahr 2000 wollte ich in der Gemeinde aktiv mitgestalten und erfahren, ob man auch eine Tirolerin wählt. Ich bin begeisterte Vorarlbergerin und liebe die Kulturregion Bregenzerwald, ihre Grundwerte und das Motto „Wir ehren das Alte und grüßen das Neue“. Ich durfte die letzten 20 Jahre Andelsbuch weiterentwickeln, die Landesebene war nie mein Ziel. Eine meiner Kernkompetenzen ist es, Menschen an den Tisch und zum gemeinsamen Arbeiten zu bringen. Am Ende meines zweiten Studiums wurde ich von Erich Schwärzler von der Mitarbeit im Landtag überzeugt. Als Landtagsvizepräsidentin kamen weitere Aufgaben, Termine und neue Sichtweisen hinzu. Es ist mir ein großes Anliegen, an positiver Veränderung mitzuwirken. Als Landesrätin habe ich noch bessere Hebel dazu.

Weekend: Ihre Schwerpunkte sind?
Martina Rüscher:
Mit „Vorarlberg bewegt“ und „sportlich spitze“ habe ich im Sport zwei Marken übernommen, die mir ein Herzensanliegen sind. Große Aufgaben warten im Bereich Gesundheit und Gesundheitsprävention. Wir geben hier mehr als ein Viertel des Landesbudgets aus und wissen, dass Spielräume knapper werden. Unsere Einrichtungen können als ein „großes Krankenhaus Vorarlberg“ mit vielen dezentralen Abteilungen betrachtet werden. Wir müssen intelligente Schwerpunkte setzen, um die beste Versorgung zu garantieren. Für den niedergelassenen Bereich – also die Arztpraxen – ist die Krankenkassa zuständig. Land, Ärztekammer und Kasse stehen in einem guten Dialog. Die 1450-Hotline wird zur Entlastung der Praxen weiterentwickelt. Langfristig müssen wir genauer hinschauen welche Ressourcen blockiert sind, weil sie gießkannenartig in Anspruch genommen werden und danach trachten, dass sie jenen zugute kommen, die diese wirklich benötigen.

Weekend: Ihre Arbeitsweise ist?
Martina Rüscher: I
ch unterscheide nicht zwischen Arbeit und Freizeit – ich verbinde beides positiv, es geht mir um die Qualität der Zeit. Ich lebe einen optimistischen, lösungsorientierten Ansatz und das Prinzip Beteiligung – ich möchte Mitarbeitende in allen Bereichen wertschätzen, Ziele vorgeben, aber auch den Weg dorthin entwickeln. Ressortübergreifendes Arbeiten wird noch wichtiger, es gibt viele Überschneidungen wie z.B. bei den Themen Inklusion oder Prävention. Wir starten aktuell ein Projekt, um Kinder und Jugendliche im sozialen Nahraum zu stärken. Wie können Kinder vor potentiellen Gefahren geschützt werden? Wir forcieren dabei das stärkenorientierte Arbeiten.

Weekend: Stichwort interne Kommunikation?
Martina Rüscher:
Ich wurde von Anfang an im Landhaus offen aufgenommen und darf mit einem engagierten und motivierten Team arbeiten. Insgesamt befinden sich 80 MitarbeiterInnen in meinen Ressorts, die ich alle begrüßen möchte – vier Fünftel davon habe ich bereits geschafft. Es ist mir wichtig, alle die in meinen Ressorts arbeiten nicht nur auf dem Landhausflur wiederzuerkennen sondern in Gesprächen zu erfahren, wie es ihnen geht und was sie von mir erwarten. Wir sind ein Team und darauf angewiesen, dass wir gemeinsam unsere Aufgaben bewältigen.

Martina Ruescher
Martina Rüscher, MBA, MSc, Landesrätin für Gesundheit und Sport Foto: walser-image.com

Zur Person: MARTINA RÜSCHER

  • geb. Valentini, 1972 in Innsbruck, wohnhaft in Andelsbuch
  • Familienstand: verheiratet, drei Söhne
  • Laufbahn: Matura, Studium, tätig als Außenhandelskauffrau, ab 1998 selbständige Kommunikationsberaterin, seit 2000 Politikerin, 2014 bis 2019 Landtagsabgeordnete, 2018 2. Vizepräsidenten des Landtags, seit Nov. 2019 Landesrätin
  • Hobbies: Kochen, Lesen, Musik, Sport, Reisen, Freude im Umgang mit Menschen