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Willst du ein Leben lang glücklich sein, dann leg' einen Garten an. So abwegig ist das alte Sprichwort gar nicht, denn eine Studie zum Schrebergärtnern zeigen: Die Arbeit am Beet macht in bestimmter Hinsicht tatsächlich glücklicher. In einer Befragung von rund 200 Hobbygärtnern kamen die Studienleiter zum Ergebnis, dass Gärtnern verschiedene Bedürfnisse befriedigt. Die neu erworbene Identität als Kleingärtner empfanden viele Besitzer von Schrebergärten, die sonst oftmals in stark bevölkerten Häusern wohnen, als emotionale Belohnung. Sie erfreuten sich daran, an Aktivitäten außerhalb ihrer Wohngebäude beteiligt zu sein. Außerdem sind sie stolz auf die Früchte ihrer Arbeit, die sie zudem als aufregend und bedeutsam erleben.

Allerdings: Je mehr Stunden die Studienteilnehmer im eigenen Grün verbrachten, desto stärker fühlten sie sich sozial beeinträchtigt – obwohl in dieser wie auch in anderen Studien häufig das Gefühl der Verbundenheit im Schrebergartenverein gelobt wurde. Die Studienleiter schließen daraus, dass Kleingärtnern vor allem Menschen anspricht, die gerne für sich sind. Das würde erklären, warum in Großstädten so viele Leute auf einen Garten hoffen. Ein Stück Natur, ganz für mich allein – was kann es in einer überfüllten Stadt Schöneres geben?

Stadt der Gärtner

Im Zentralverband der Kleingärtner Österreichs sind derzeit fünf Landesverbände mit insgesamt 384 Vereinen und 39.234 Mitgliedern organisiert. In Wien gibt es derzeit 24.965 Kleingärten, die in 235 Vereine und dreizehn Bezirksorganisationen aufgeteilt sind. Am meisten garteln die Floridsdorfer in ihren Kleingärten: Hier sind 3.860 Mitglieder auf 35 Anlagen aufgeteilt. Auch die DonaustädterInnen sind gerne im Grünen, denn hier gibt es mit 38 die meisten Kleingarten-Anlagen, die 14 bis 372 Parzellen verwalten. Die größte Kleingarten-Anlage Wiens findet sich aber in der Stadionallee: Die Anlage "Wasserwiese" in der Leopoldstadt weist 874 Parzellen auf.

Aber wie kommt man nun zu seinem Glück? Da gibt es zwei Optionen: Entweder man bewirbt sich bei verschiedenen Vereinen und lässt sich gegebenenfalls auf die Warteliste setzen. Das kann allerdings auch Jahre dauern. Oder man ist mit einem Kleingarten-Pächter verwandt oder verheiratet. Der Pächter muss allerdings nicht sterben, sondern kann seinen Kleingarten-Pachtvertrag auch noch zu Lebzeiten umschreiben lassen. Eheleute, Kinder, Enkelkinder und Personen, die seit mindestens fünf Jahren an der Gartenbewirtschaftung beteiligt waren, können in den Pachtvertrag einsteigen. Informationen zu den Wartelisten finden Sie nur bei den jeweiligen Vereinen, die alle unter www.kleingaertner.at aufgelistet sind. Sollten keine Plätze mehr frei sein, kann man sich dort auch für ein sogenanntes Öko-Ernteland bewerben.

Bauen im Schrebergarten

Grundsätzlich gilt in Kleingärten die Wiener Bauordnung. Man unterscheidet zwischen Kleingartenhäusern und Kleingartenwohnhäusern, wobei man in letzteren ganzjährig wohnen kann. Diese müssen zumindest einen Aufenthaltsraum haben und zur Befriedigung eines ständigen Wohnbedürfnisses dienen. Kleingärten sollen mind. 10 m breit sein und eine Fläche von 250 Quadratmeter haben. Ganzjähriges Wohnen darf 50 Quadratmeter verbauen, nicht ganzjährig nur 35 Quadratmeter, wobei die Häuser in beiden Fällen 2 Meter Abstand zu öffentlichen Flächen haben müssen. Mindestens zwei Drittel des Kleingartens müssen gärtnerisch ausgestaltet sein. Absurde Regel: Die Toiletten müssen auch von außen zugänglich sein.

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