Julia Malischnig studierte an der Musikuni Wien. Die mittlerweile mehrfach ausgezeichnete Künstlerin ist eine der führenden Persönlichkeiten der internationalen Gitarrenszene Foto: GISELA SCHENKER

weekend: Rückblickend gesehen: War es schwer „La Guitarra esencial“ in Kärnten auf die Beine zu stellen?
Julia Malischnig: Es war auf jeden Fall eine Herausforderung und ein Sprung ins Ungewisse. Dank unserer Kooperationspartner und Sponsoren sowie dem großen Zuspruch des Publikums ist es gelungen, meinen Herzenswunsch - ein Festival für die Gitarre in Millstatt - zu realisieren. Obwohl „La Guitarra esencial“ heuer bereits zum 11. Mal über die Bühne geht, erfordert die Organisation großes persönliches Engagament.

weekend: Was erwartet die Zuhörer beim diesjährigen Gitarrenfestival?
Julia Malischnig: Alle fünf Konzerte versprechen ein Highlight. Fabelhafte Klangwelten aus allen Himmelsrichtungen bietet etwa das Eröffnungskonzert „United Strings - Malischnig & Duplessy & The Violins“ am 1. August. Die US-amerikanische Gitarristin Muriel Anderson beeindruckt am 3. August mit Harp-Guitar, Guitar, Vocals and Visuals. Am 4. August ist der vielfach ausgezeichnete Flamenco-Star und Grammy Gewinner Vicente Amigo im furiosen Zusammenspiel mit Gitarre, Bass, Percussion, Gesang und Tanz erstmals live in Kärnten zu sehen.

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„Die Gitarre ist ein sehr intimes Instrument, das mit seinen vielsaitigen Klängen viele Menschen emotional erreicht.“ Foto: GISELA SCHENKER

weekend: Stichwort: Gitarrenklänge. Was macht den Zauber aus?
Julia Malischnig: Die Gitarre ist ein sehr intimes Instrument, das mit seinen vielsaitigen Klängen viele Menschen emotional erreicht. Ich könnte es nicht treffender formulieren als der große Gitarrist Andrés Segovia: „Die Gitarre ist ganz anders als alle anderen Instrumente. Sie rührt so an, ist so poetisch. Ich könnte nie etwas anderes spielen.“

weekend: Ein Blick in den Kalender: Welche Projekte stehen an?
Julia Malischnig: Ich bereite mich gerade auf mein Konzert bei den Tiroler Festspielen in Erl vor. Am 11. August bin ich mit „Art of Guitar in Move“ (Gitarre, Gesang und Stepptanz) beim Carinthischen Sommer zu hören. Dazu arbeite ich an einem neuen Solo-Programm für meine Konzertreise im September nach Armenien. Meine Philosophie ist es, die faszinierende Vielfalt der Gitarrenmusik in all ihren Formen zu leben.

weekend: Ihr Silvesterkonzert in Spittal/Drau im Vorjahr war umjubelt. Wird es heuer eine Neuauflage geben?
Julia Malischnig: Es freut mich, dass ich vom Tourismusverband auch für dieses Jahr eingeladen worden bin, am 31. Dezember ein Konzert im Spittl zu geben. Das Motto lautet „Todo Flamenco! - Alles Flamenco!“. Es wird ein feuriger, spanischer Abend mit Gitarren, Gesang, Band und zwei Flamenco-Tänzerinnen.

weekend: Ein Tipp für den Kärntner Gitarren-Nachwuchs?
​Julia Malischnig: Ich möchte den jungen Gitarristen besonders ans Herz legen, neben dem Solospiel möglichst viel Kammermusik zu spielen. Das gemeinsame Musizieren macht Freude und ist zudem ein großer Motivationsfaktor für die eigene (musikalische) Weiterentwicklung.