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Raketen, Knaller und Böller gehören für viele Salzburger zu Silvester wie der Senf zum Würstel. Wer nicht nur zusehen, sondern sich auch selbst pyrotechnisch betätigen möchte, wird den Jahreswechsel heuer außerhalb der Stadt feiern müssen. Denn erstmals gilt: Private Silvester- Feuerwerke sind verboten, es gibt keine Ausnahmegenehmigung. Bisher durfte am 31. Dezember ab 12.00 Uhr bis 01.00 Uhr nachts am Neujahrstag geschossen werden. Das große Feuerwerk, das von der Salzburger Festung abgeschossen wird, ist (noch) erlaubt.

Mittlerweile ziehen auch einige Gemeindevertreter nach und sprechen sich für ein Verbot des Privatfeuerwerks aus. Das führt zu jeder Menge Diskussion in Salzburg. Während sich die einen freuen, sehen sich andere einer Tradition beraubt. Ist das Verbot privater Knallerei nun gut oder schlecht – hier scheiden sich die Geister! Wir haben zwei Salzburger um ihre Meinung gebeten.

Pro „Aus für private Feuerwerke“: Günther Mitterer, Gemeindeverbands-Präsident Salzburg

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„Ein bis zwei genehmigungspflichtige Feuerwerke pro Ort sollen zum Jahreswechsel natürlich möglich sein – das gehört zur Silvester-Tradition. Allerdings nahmen private Knallereien in den vergangenen Jahren enorme Ausmaße an, von denen sich viele Bürger belästigt fühlen. Lärm, Schmutz, Vandalismus und eine beträchtliche Feinstaubbelastung sind hierbei die gröbsten Probleme. Daher begrüße ich grundsätzlich ein Verbot privater Feuerwerke, die häufig schon am Vormittag beginnen und bis weit in den Neujahrstag hinein reichen. Die große Frage ist aber, wie man das kontrollieren soll. Zielführender wäre vermutlich, den Verkauf auf der Straße und in Supermärkten stark zu reduzieren und zwar soweit, dass Knallkörper nur noch im ausgewählten Fachhandel erhältlich sind. Auch so könnte man der sinnlosen „Schießerei“ Herr werden.“

Contra „Aus für private Feuerwerke: Christian Czech, gerichtl. beeideter Sachverständiger für Pyrotechnik, Salzburg

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Foto: Helmut Swoboda/Martin Hangen
„Auch ich bin kein Freund von unzumutbarer Knallerei und Müllbergen. Ein Verbot als Klimaschutz-Maßnahme zu deklarieren, ist aber irreführend. Fakt ist, dass nicht einmal ein flächendeckendes Konsumentenfeuerwerk zu Silvester klimarelevant ist. Professionelle Feuerwerke schon gar nicht! Die Feinstaubbelastung eines Profi-Feuerwerkes ist nicht höher als die von offenen Kaminen in zehn Haushalten während einiger Nächte. Die CO2-Belastung durch Feuerwerke entspricht in Deutschland pro Jahr ca. 420.000 Litern Diesel. Der Autoverkehr produziert allerdings ein CO2-Äquivalent von 58 Mio. Litern Diesel – pro Tag. Somit beträgt der CO2-Anteil durchs Feuerwerk gerade einmal 0,0000017 (1,7 Millionstel) Prozent. Sogar die CO2-Emissionen durch Grillen sind höher! Daher finde ich es ärgerlich, dass Feuerwerke aus Klimaschutzgründen verboten werden.“

 

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