Mehr als nur der Ernst des Lebens: die Schulzeit Foto: LSOphoto/iStock/Thinkstock

Wenn Anfang September die Schulglocken das Ende der Ferien einläuten, haben ­Tausende Taferlklässler ihren großen Tag. Fünf Tipps, wie der Start stressfrei gelingt.

1. Freuen statt Fürchten

"Mit der Schule beginnt der Ernst des Lebens“: Auch wenn Sie diese Aussage vielleicht unterschreiben würden, Kindern sollte man das nicht unbedingt auf die Nase binden. Für die Kleinen beginnt ein spannender neuer Lebensabschnitt. Stärken Sie ihre Vorfreude! Neue Freunde kennenlernen, tolle Bastelarbeiten, spannende Bücher lesen und lernen, was die Großen schon können, sind einige der Dinge, auf die man sich freuen kann. Generell ist es hilfreich, Kinder über die ganze Schulzeit hinweg zu ermuntern und Positives zu betonen. Freude motiviert und führt damit zu größerem Erfolg – so profitieren alle.

2. Regelmäßiger Alltag

Volksschulkinder brauchen zwischen neun und zwölf Stunden Schlaf pro Nacht, wie eine Studie der Universität Auckland herausgefunden hat. Kinder, die zu wenig schlafen, leiden nicht nur an Müdigkeit und Konzentra­tionsschwierigkeiten. Sie sind auch öfter verhaltensauffällig und haben ein deutlich höheres Risiko übergewichtig zu werden. Ein regelmäßiger Tagesablauf und ein gefestigtes Abendritual helfen beim Finden der nächtlichen Ruhe. Übrigens: Je weniger Kinder sich tagsüber bewegen, desto länger brauchen sie zum Einschlafen, so die Studie. Ausreichend Aktivität am Tag gehört also zum gesunden Schlaf dazu. Der neue Lebensabschnitt bedeutet nicht nur fürs Kind einen neuen Alltag. Vom früheren Aufstehen, zum Schulweg über die Hausaufgabenzeit bis zum Abendritual: Auch der Rhythmus in der Familie ändert sich. Nicht vergessen sollte man, dass Schulkinder vom Aufstehen bis zum Außer-Haus-Gehen mindestens 45 Minuten "Warmlaufzeit" brauchen. Unverzichtbar ist ein vernünftiges Frühstück. Dazu gehört in Ruhe und ausreichend zu frühstücken. Es profitieren aber nicht nur Volksschulkinder vom Familienfrühstück: Es erdet, verbindet und lässt die ganze Familie ­gestärkt in den Tag starten.

3. Schulweg kennen

Wissen Sie noch, wie Sie sich damals am Schulweg mit den Schulkollegen getroffen haben? Und sich beim Greißler heimlich Eis gekauft haben? Das sind Erlebnisse, an die man sich auch als Erwachsener noch erinnert. Der Schulweg ist für die Entwicklung Ihres Kindes nicht nur deswegen ein ganz wichtiger Schritt. Es lernt, dass Sie ihm vertrauen. Räumliche und zeitliche Vorstellung werden durch das zu Fuß in die Schule gehen gestärkt. Falls der Weg nicht ohne Auto machbar ist, fahren Sie Ihr Kind nicht direkt vor die Schule. Ein markanter Punkt im Ort kann als "Haltestelle" dienen. Viele Kinder sind vor Schulbeginn aber auch nervös und haben Angst vor der neuen Umgebung. Schauen Sie sich deswegen mit Ihrem Kind den Schulweg vor dem ersten Tag in Ruhe gemeinsam an.

4. Hausaufgaben machen

Viele Eltern fragen sich, ob sie ihrem Nachwuchs bei den Hausaufgaben helfen sollen. Folgt man den Ergebnissen der Studie "Eltern – Lehrer – Schulerfolg", heißt die Antwort ganz klar "nein". Die meisten Eltern würden dabei nervös und übten Druck auf die Kinder aus. Dazu kommt, dass das Lernen lernen für Kinder ein wichtiger Prozess ist. Das dauert zwar vielleicht länger als mit Anleitung, ist aber für die Entwicklung ihrer Eigenständigkeit notwendig. Noch vor Schulbeginn sollte ein heller und ruhiger Arbeitsplatz festgelegt werden. Wenn der Platz im Kinderzimmer nicht ausreicht, kann das auch der Küchen- oder Esstisch sein. Viel Licht und die richtige Sesselhöhe sind sehr wichtig. Schöne Schulsachen – die sich das Kind vielleicht auch selbst aussuchen darf – machen das Hinsetzen leichter. Auch das Hinweisen auf die Belohnung danach (Spielzeit, gemeinsames Zeitverbringen, Treffen mit Freunden etc.) können das gezielte Lernen leichter machen. Und eines nicht vergessen: Es ist natürlich o. k., auch zu den Hausaufgaben noch kleine Pflichten im Haushalt aufzugeben. Aber Kinder brauchen auch genügend Zeit zum Spielen und Ausruhen. Ein vollgestopfter Freizeitplan nach der Schule kann dem im Weg stehen.

5. Etappenziele

Mit dem Schulanfang kommen manchmal auch Ängste: vor den Lehrern, den Aufgaben, Schulkollegen oder dem Versagen. Wichtig ist vor allem, keinen Leistungsdruck auszuüben. Es ist etwa gar nicht nötig, ­bereits vor der Einschulung lesen zu können. Das Lesen lehren kann man ruhig den Lehrern überlassen. Wenn Kinder beim Lernen frustriert sind, kann es helfen, Geschichten aus dem eigenen Schulalltag zu erzählen und kleine Etappenziele zu stecken.