Über 1,7 Millionen Euro sollen aus der Klagenfurter Stadtkasse in die Tasche eines ehemaligen Mitarbeiters geflossen sein Foto: stevanovicigor/iStock/Getty Images Plus

Die Stadtkasse der Landehauptstadt ist beileibe kein Leichtgewicht – an die 150 Millionen Euro an Ein- und Auszahlungen werden jährlich über sie abgewickelt. Umso verwunderlicher ist es, dass das sukzessive Abzweigen von durchschnittlich gut 74.000 Euro pro Jahr über mehrere Jahrzehnte hinweg niemandem aufgefallen ist. Erst eine engagierte Mitarbeiterin brachte über hartnäckige Recherchen im Zuge einer Umstellung des Verrechnungssystems den Millionenschaden ans Licht, woraufhin die Causa zur Anzeige bei der Staatsanwaltschaft gebracht wurde.

Ein Versagen auf allen Ebenen

Presskekonferenz der Stadt Klagenfurt
Bürgermeisterin Mathiaschitz und Magistratsdirektor Jost zeigten sich ob der aufgedeckten Malversationen fassungslos Foto: Weekend Kärnten

Laut Bürgermeisterin Maria-Luise Mathiaschitz und Magistratsdirektor Peter Jost haben sämtliche Kontrollmechanismen in dieser Angelegenheit bedauerlicherweise versagt. Zudem soll der Beschuldigte mit hoher krimineller Energie vorgegangen sein und etwa ein eigenes Verrechnungskonto für seine Machenschaften konstruiert haben. Außerdem profitierte er von der Gutgläubigkeit seiner Kollegen und einem Schlupfloch im System – das Vier-Augen-Prinzip galt bisher nur für Barabhebungen. In einem ersten Schritt wurde nun die Kanzlei Murko-Bauer-Murko-Klatzer mit der restlosen Aufklärung des Falles betraut. In Zukunft sollen sowohl interne als auch externe Kontrollabläufe deutlich verschärft werden. Der Beschuldigte selbst leugnet die Tat, für ihn gilt die Unschuldsvermutung.