Mit dem neuen Audi A8 hat die Premiummarke ordentlich aufgeholt und zeigt viele neue Features, die es bisher noch nicht gegeben hat. Foto: Peter Christian Mayr
Die Rückleuchten ziehen sich über die gesamte Fahrzeugbreite. Außerdem kommt sehr viel Chrom zum Einsatz. Foto: Peter Christian Mayr
Der extrem breite Singleframe-Grill gibt dem Design des Audi A8 mehr Sportlichkeit und lässt das Auto breiter wirken. Foto: Peter Christian Mayr
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Bildschirm oben: Ein besseres Navi gibt es wohl derzeit nicht am Markt. Einfach zu bedienen, ein Satellitenbild dient als Grundlage zur Navigation. Foto: Peter Christian Mayr
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Der Screen gibt dem suchenden Finger Rückmeldung durch Vibration. Das Navi-Ziel wird einfach mit dem Finger auf den Screen geschrieben. Foto: Peter Christian Mayr
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Fondpassagiere steuern Schiebedach, Klima und andere Dinge mit einem herausnehmbaren "Smartphone", das in der Armlehne versteckt ist. Foto: Peter Christian Mayr
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Die TV-Screens können einfach abgenommen und als Tablet zum Internetsurfen verwendet werden. Foto: Peter Christian Mayr
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Die 360-Grad-Kamera zeigt den Audi A8 inklusive Umgebung beim Parken wie in einem Videospiel. Foto: Peter Christian Mayr
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Wenn meine Kinder freiwillig hinten einsteigen, dann auch noch das Smartphone in der Hosentasche lassen und ich vorne alleine sitze, macht mich das in der Regel skeptisch. Haben die womöglich was ausgefressen? Nein, sie sitzen einfach im A8. Immerhin kann man da auf den teuren Rängen fernsehen. An den Kopfstützen sind Bildschirme angebracht, die sich noch dazu als Tablet zum Surfen missbrauchen lassen. Ein Handgriff und schon haben die Passagiere den Touchscreen in der Hand. Als weitere Beschäftigungstherapie fungiert dann das in der Mittelarmlehne verstecke Mini-Tablet (Rear Seat Remote). Über dieses handyartige Ding lässt sich auch das Schiebedach von den hinteren Rängen aus öffnen – bei Nieselregen fand das der Herr Papa weniger lustig. Auch Rollo oder Klima lassen sich so steuern. Dann noch eine kleine Massage und zum Abschluss noch eine Runde schlafen – im Liegesitz, der mit dem A8 L erstanden werden kann.  Ja, der neue A8 ist eine Technikbombe – und das war erst der Anfang. Bevor wir ins Detail gehen, hier die Eckpunkte abseits der Gadgets und Assists.

Eckdaten

Rein optisch fällt vor allem der neue Singleframe-Grill ins Auge, der den A8 breiter und aggressiver erscheinen lässt. Am Heck sind es die sich über die ganze Wagenbreite ziehenden Bremsleuchten, die ins Auge stechen – dazu viel Chrom. Das Ganze verteilt sich auf 5,17 Meter Länge (3 Meter Radstand!). Wie er sich fährt? Der A8 wirkt beim Fahren kleiner bzw. wendiger als erwartet. Die Allradlenkung macht wirklich Sinn und bügelt auch eckige 90-Grad-Kurven glatt. Um Audis Flaggschiff aus der Ruhe zu bringen, muss sich der Fahrer schon leicht dumm anstellen, oder den A8 als Rennmaschine missbrauchen. Übrigens: Komfort auch im Sportmodus! Auffällig der Verbrauch: Der Dreiliter Turbodiesel mit 286 PS gibt sich laut Audi mit 5,6 zufrieden. Im Test waren es 6,5 bis sieben Liter. Ein toller Wert! Da hilft sicher das Mild-Hybrid-­System mit Segelfunktion auch mit. Kritik, die nicht leicht zu finden ist, gibt es für die kleine Turbo- und Automatik-Gedenksekunde beim Anfahren. Und nun ­zurück zu den Gadgets.

Hightech-Tempel  

Gleich vorweg: Alle verbauten Technik-Highlights sind unmöglich in diesem Text unterzubringen. Der A8 bietet ein komplett neues Bedienkonzept im Cockpit. Neben dem Virtual Cockpit mit Tacho und Co. gibt es zwei riesige Touchscreens, die sich wie ein Tablet bedienen lassen. Und zwar das Navi- Infotainmentsystem und darunter der Klima- und Komfortscreen. Hier spielt der Deutsche in einer neuen Liga, weil die Screens eine Rückmeldung (Vibration) an den Finger geben sowie ein Klickgeräusch zu hören ist. Dadurch wird z. B. die Einstellung der Klimaanlage am Schirm um ein Vielfaches einfacher. Eine Wucht auch das Navi, das die Straßen als Satelittenbild ­anzeigt – ein 3D-Modell der Städte! Die Eingabe des Ziels geschieht über den unteren Schirm. Einfach mit dem Finger Ort und Straße auf den Screen schreiben. Abartig auch die zahlreichen Kameras für das Einparken. Nicht nur Vogelperspektive wird geboten. Nein, man parkt sein Auto wie in einem Videospiel ein. Wer nicht selber parken will, kann zusätzlich mit dem Remote Garage Pilot via Handy von außen in engen Parkgaragen einparken. Dann der Staupilot. Dieser fährt den A8 in der Rushhour autonom und dossiert die Bremsmanöver perfekt. Wie gesagt: Lästern ist schwierig. Vielleicht der Türgriff, den man komischerweise von unten angreifen respektive öffnen muss. Meckern ist praktisch nur über den Preis möglich. EUR 59.000,– sind kein Brösel. Vor allem, wenn es sich um den Betrag handelt, der alleine für die Zusatzausstattung überwiesen werden muss. Macht insgesamt EUR 160.000,–! Der A8 spielt eben in der obersten Oberliga und legt sich mit S-Klasse und 7er nicht nur an, sondern hat zum Teil sogar die Nase vorne. Was fehlt? Ein ­gefülltes Bankkonto für den Kauf sowie ein Chauffeur, der stilecht vor der Türe wartet. Wobei! Eigentlich fährt man den A8 lieber selbst ...

 

Technische Daten:

Spitze:     250 km/h
PS:     286
Motor:     2.0 TDI
Länge/Breite/Höhe mm:     5.172/1.945/1.473
Verbrauch Test:     7 Liter
Verbrauch laut Audi:     5,6 Liter
0 – 100 km/h:     5,9 Sekunden
Drehmoment:     600 Newtonmeter
Konkurrenz:     Mercedes S-Klasse, BMW 7er

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