Foto: Weekend Magazin

Ein Kombi ist fürs Reisen gebaut und deswegen sind wir mit dem Toyota Avensis Touring Sports gleich mal nach Italien in den Kurzurlaub aufgebrochen. Bereits auf der Autobahn Richtung Süden ist aufgefallen, Österreich liebt Kombis. Egal welche Marke, die großen Lademeister bewegen sich gerne auf unseren Autobahnen. Im Test-Avensis haben wir uns also in bester Gesellschaft gefühlt, denn auch wir haben ein paar Dinge in den Kofferraum gepackt, der mit 543 Litern ordentlich belastbar ist. Bei umgeklappten Sitzen gibt’s sogar satte 1630 Liter Stauraum, also gefühlte hunderte Pizzaschachteln oder tausende Sushi-Sets. Noch ein Vorteil des Japaners – auf dem Weg durchs Kanaltal war ab und zu der Pannenstreifen Parkplatz diverser Fabrikate die den Geist aufgegeben haben – Toyota war aber keiner dabei. Ein Blick auf die Pannenstatistik zeigt warum – Toyota spielt da in der absoluten Top-Liga der pannenärmsten Autos mit.

Ein bayrischer Motor

Schon beim Wegfahren fällt der durchzugsstarke Dieselmotor auf. Unser Testauto war mit dem Zwei-Liter Motor mit 143 Pferdestärken ausgestattet und damit ist man ausreichend flott und sparsam unterwegs. Der Motor stammt übrigens aus einer Kooperation mit BMW und wurde nur in der Leistung etwas reduziert. Das merkt man dem Aggregat aber nicht an. Die 320 Newtonmeter zwischen 1.750 und 2.250 U/min sind für die meisten Situationen mehr als ausreichend, zur guten Performance steuert das knackige manuelle Sechs-Gang Getriebe bei. Auf der Autobahn extrem wichtig ein guter Tempomat und den baut Toyota in seinen Avensis ein. Damit sind wir nach Grado geglitten und haben uns stets gut aufgehoben gefühlt. Jubel ist dann beim Verbrauch ausgebrochen, zwar schafft der Avensis die vom Werk angegebenen 4,6 Liter kombiniert nicht, mit 6,1 Litern Realverbrauch sind wir allerdings mehr als zufrieden.

Innere Werte

Ein Knackpunkt bei den Japanern ist oft das eher minimalistische Cockpit. Aber auch hier müssen wir dem Avensis Rosen streuen. Die Top-Ausstattung Lounge mit dem VIP-Paket ist sehr gelungen und hat ein absolut europataugliches Cockpit. Edle Materialien vom japanischen Holz über Leder bis zu geschäumtem Plastik sind Standard. Die Mittelkonsole dominiert das 8 Zoll Display - die Steuerzentrale des Avensis, die leider in unserem Test oft etwas zeitverzögert reagiert. Egal ob Toucheingabe oder Knopfdruck. Weiters wurden in unserem Test vom Navi nicht alle Straßen gefunden, das Kartenmaterial dürfte schon etwas älteren Semesters sein. Gefallen hat uns das zentrale Farbdisplay zwischen Tacho und Drehzahlmesser. Hier lassen sich viele sinnvolle Informationen einblenden und erleichtern dem Fahrer die Reise. Die Ledersitze sind angenehm und unterstreichen den Lounge Charakter des Autos. Das Fahrwerk ist komfortabel und federt Unebenheiten weg. Hilfreich sind die diversen Assistenzsysteme wie Spurwechselwarner, Verkehrszeichenassistent, automatisches Fernlichtsystem und Pre-Collision-System. Auf Wunsch sind diese deaktivierbar, manche per Knopfdruck, andere im Menü des Autos. Etwas unverständlich fanden wir, dass der Avensis Kombi zwar eine Rückfahrkamera hat, jedoch keine Sensoren die den Abstand akustisch darstellen. Auch vorne haben bei bei dem 4,82 Meter langem Avensis die Sensoren gefehlt – in der Aufpreisliste scheinen sie leider nicht auf.

Design

Den Avensis gibt es seit 1997, also fast 20 Jahre – klarerweise hat sich das Auto in der Zeit stark verändert. Getestet haben wir das aktuelle Facelift und da hat sich vor allem außen viel getan. Neu ist die dynamische Front mit markanter Lichtsignatur. Die erinnert an den neuen Prius oder das Wasserstofffahrzeug Mirai und bietet LED-Tagfahrlichter, die bei Bedarf von LED Scheinwerfern unterstützt werden. Mit dabei ist natürlich eine Lichtautomatik, die gönnt sich in den vielen Tunneln Richtung Italien manchmal eine Sekunde extra, schaltet sich aber zuverlässig ein und aus. Ebenso zuverlässig ist der Regensensor – egal ob Salzburger Schnürlregen oder italienischer Platzregen – manuell eingreifen mussten wir nie. Die Heckpartie ist ebenso neu gestaltet und wirkt mit den LED – Rückleuchten wie aus einem Guss. Das Design des neuen Avensis ist also voll gelungen und jeder der das Auto gesehen hat fand es wirklich schön.

Fazit

Der Avensis Touring Sports ist zwar nicht der absolute Verkaufsschlager bei den Kombis in Österreich – wir finden nach unserem Test aber: Absolut zu unrecht! Der Avensis ist ein hervorragend ausgestatteter Kombi mit einem sehr sparsamen Motor, der die 1,5 Tonnen Leergewicht sehr gut bewegt und dabei nicht zu viel schluckt. Auch das Interieur ist den Ingenieuren von der asiatischen Insel sehr gelungen und muss sich nicht vor der europäischen Konkurrenz verstecken. Unser Testauto hat mit allen Optionen 42.971.- Euro gekostet, zu haben ist der Avensis Touring Spors als Benziner aber schon ab 28.250.- Euro und als Diesel ab 30.450.- Euro. Die Frage ob Pizza oder Sushi müssen sie jetzt allerdings für sich selbst beantworten.

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