Geistig unfähig? Da lacht er nur! Foto: SAUL LOEB / AFP / picturedesk.com

Trump wäre nicht Trump, wenn er der Welt nicht beweisen wolle, dass diese Annahmen vom Himmel herbeigeholter Unfug sind und seine Geisteskraft in Wahrheit so vital wie nie ist. Der US-Präsident, der inzwischen ein Jahr im seinem Amt ist , hat auf einen Psychotest bestanden und seinen Leibarzt Ronny Jackson – na no na ned – für die Überprüfung angesetzt. „Der Präsident ist geistig sehr klar“, verkündet dieser. Nicht, dass wir ihm keinen Glauben schenken und die Verkündung im Voraus schon relativieren wollen, aber aus eigenem Interesse möchten wir den Test dann doch gerne auch selbst genauer unter die Lupe nehmen.

MOCA-Test

Die geistigen Fähigkeiten des Präsidenten wurden mithilfe des sogenannten MOCA-Tests (Montreal Cognitive Assessment) ausgewertet, nachdem seine Reflexe, Hirnnerven, sein Gleichgewicht sowie seine Kraft gemessen wurden. Es handelt sich um ein kurzes Screening, um "milde kognitive Beeinträchtigungen" zu messen. Der Psychotest selbst wird in acht Bausteinen untergliedert, um Kurzzeitgedächtnis, Aufmerksamkeit, Orientierung, konzeptuelles Denken oder Sprachfähigkeiten zu überprüfen. Mit diesem Memory-Test sollen Symptome von Demenz beschirmt werden.

Und was ist das?

Zu den Aufgaben zählen unter anderem, gezeichnete Tiere wie ein Nashorn zu erkennen und zu benennen oder sich fünf Wörter fünf Minuten lang zu merken. Fragen wie „Was ist die Gemeinsamkeit von Orangen und Bananen“ sowie „Welcher Wochentag ist heute“ sind Teil der Prüfung. Auch eine Uhr mit einer bestimmten Uhrzeit sollte der Präsident zeichnen. Insgesamt musste Trump zehn Minuten seiner Zeit für diesen Test opfern. Das Ergebnis: 30 von 30 Punkten! Wir gratulieren ihm natürlich, doch fragen uns im selben Atemzug, ob ein derartiger Demenz-Test tatsächlich aussagekräftig ist, um seine Geisteskraft ganzheitlich zu bewerten.

Zweifel bleiben

Laut Wissenschaftlern der Cochrane Collaboration erkennt dieser spezielle Test eine Demenz bei unter 26 Punkten – diese kann demnach tatsächlich ausgeschlossen werden. Andere kognitive Störungen werden damit jedoch nicht analysiert. Der MOCA-Test ist außerdem nur ein Teil einer Gesamtuntersuchung kognitiver und mentaler Fähigkeiten einer Person und kann alleine nicht für eine Diagnose herangezogen werden. Ob die Mutmaßungen seitens Trumps Kritikern damit also verstummen werden, ist unwahrscheinlich.

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