Nass, aber gut drauf: Emmanuel Macron und Kolinda Grabar-Kitarovic Foto: Franck Fife/AFP/picturedesk.com

Demütig, aber überglücklich zeigte sich Frankreichs Nationalteamtrainer Didier Deschamps Sekunden nach Abpfiff des WM-Finales gegen Kroatien, als er seinen Anteil am Weltmeistertitel entsprechend relativierte: "Es ist der Sieg meiner Mannschaft!" Und diese war außer Rand und Band.

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Frankreichs Stürmer Kylian Mbappe in Party-Laune Foto: Franck Fife/AFP/picturedesk.com

Moskau im Regen

Beim finalen Spielstand 4:2 zu Gunsten der Franzosen brach nicht nur frenetischer Jubel unter den mitgereisten Fans im Luschniki-Stadion in Moshau los, sondern nur wenige Minuten, nachdem alle zur Siegesfeier Aufstellung genommen hatten, auch der Regen. Und wie er kam. Ein Moment, in dem man weiß: Jetzt wär' ein Regenschirm gut. Pech für Frankreichs Staatschef Emmanuel Macron und seine kroatische Amtskollegin Kolinda Grabar-Kitarovic: Es gab nur einen, und der gehörte Wladimir Putin. Ein richtig großer Schwarzer noch dazu, unter dem man schön trocken bleibt.

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Jeder bekam sein Küsschen: Putin, Macron und Grabar-Kitarovic bei der Ehrung der Fußballer Foto: Kirill Kudryavtsev/AFP/picturedesk.com

Weltmeister - und noch so jung

Ein Unterschied, den man eindrucksvoll sehen konnte. Denn binnen weniger Minuten waren die beiden Politiker wie auch die Repräsentanten der FIFA bis auf die Knochen durchnässt. Da half kein Taft mehr dieser Erde. Egal! Die Stimmung war - jedenfalls auf Seiten der Sieger, Politiker und des Trainerstabs - ungebrochen ausgelassen. Im strömenden Regen wirbelten die Youngsters (mit einem Durchschnittsalter von 26 Jahren zählte das Team zu den jüngsten bei der WM) ihren geliebten Trainer durch die Lüfte, fielen einander in die Arme und wurden von Macron und Grabar-Kitarovic innig ans Herz gedrückt und geküsst - mehr vielleicht, als dem einen oder anderen lieb war.

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Traf zwei Mal im WM-Finale: Antoine Griezmann Foto: Franck Fife/AFP/picturedesk.com

Tränen im Regen

Bei der WM-Party brachen die Gefühlsdämme wie die Himmelsschleusen über Moskau. Und so wusste am Ende niemand mehr, wo die Tränen aufhörten, und der Regen anfing. Unweigerlich denkt man an den französische Evergreen "Am Tag, als der Regen kam", der durch den 15. Juli 2018 für Frankreich neue Bedeutung bekommen hat. Und das nicht nur, weil es an Regenschirmen mangelte. Bis schließlich der letzte auf dem Podium einen hatte, war's dann eigentlich schon egal - aber: Bessere Bilder fürs Familienalbum gibt's nicht!

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Weltmeister 2018: Das französische Nationalteam im Siegestaumel Foto: Franck Fife/AFP/picturedesk.com