Benedict Cumberbatch setzt sich für Gleichberechtigung ein Foto: Matt Crossick / PA / picturedesk.com

Am Samstag den 20 Oktober ist in Österreich der Equal Pay Day. Das bedeutet, dass Männer nun bereits das Einkommen erreicht haben, für das Frauen noch bis Jahredende arbeiten müssen. 2017 war der 13. Oktober der Equal Pay Day, es ist somit dieses Jahr eine kleine Verbesserung zu bemerken. Dennoch: Von faierer Entlohnung ist man noch weit entfernt. Auch in Hollywood werden Männer und Frauen nicht gleichwertig bezahlt. Manche Stars wollen das nicht länger so hinnehmen. 

Benedict Cumberbatch macht's vor – ob sich viele seiner männlichen Kollegen ein Beispiel an ihm nehmen werden ist allerdings fraglich. Denn der britische Schauspieler setzt sich für die Gleichberechtigung von Frauen und Männern ein und gab in einem Interview bekannt, fortan eine Rolle nicht mehr anzunehmen, wenn die Bezahlung seiner weiblichen Kollegin nicht gleich hoch wäre wie die seine.

Mit dieser Haltung rennt Cumberbatch offene Türen ein, denn die ungerechte Bezahlung in Hollywood ist bereist seit längerem ein Thema. Auch wenn man hier anmerken könnte, dass dies Jammern auf hohem Niveau ist, ist es dennoch untragbar, dass Männer Millionengagen erhalten, während die weiblichen Hauptdarstell manchmal mit einigen Tausend Dollar abgespeist werden. Auch wenn die absolute Bezahlung in der Filmbranche bei den Stars natürlich sehr gut ist, sind die Geschlechterunterschiede bei der Bezahlung noch gravierende als in anderen Berufen in Amerika.

Zur Veranschaulichung: Verdient eine Frau in den USA 80 Cent, bekommt der Mann für die gleiche Arbeit einen Dollar. In Hollywood beträgt das Verhältnis hingegen 30 Cent zu einem Dollar! Schaut man sich die Forbes-Liste der bestbezahlten Schauspieler an, wird der Unterschied deutlich: 2017 war Mark Wahlberg mit 57 Millionen Euro der bestbezahlte Schauspieler, bei den Frauen führt Emma Stone die Liste an – mit 22 Millionen Dollar. Laut eigenen Aussagen konnte sie diese Summe auch nur erreichen, weil männliche Kollegen freiwillig auf einen Teil ihrer Gage verzichtet hätten, um für faire Bedingungen zu sorgen. So viel Gunst wird nicht allen zuteil, diese fünf Schauspielerinnen bekamen die ungerecht verteilte Bezahlung am eigenen Leib zu spüren.

1. Michelle Williams

Wie ironisch, dass der Titel des Films, für den Michelle Williams so gut wie umsonst zum Nachdreh kam, genau "Alles Geld der Welt" lautete. In dem Film spielte ursprünglich auch Kevin Spacey mit, nach dem Skandal um sexuelle Übergriffe wurde beschlossen, Spacey aus dem Film herauszuschneiden, bestimmte Szenen mussten somit noch einmal neu gedreht werden. Michelle Williams erschien motiviert und voller Freude am Set, war froh, dass das Filmprojekt nicht komplett gestrichen wurde. Dass sich ihre Gage für den neuntägigen Nachdreh  auf nicht mal 1.000 Dollar belief, war für die Schauspielerin nebensächlich. Ihr männlicher Kollege, Mark Wahlberg, war da nicht so großzügig: Seine Gage betrug nämlich 1,5 Millionen Dollar – also mehr als 99 % von dem Betrag, den seine Kollegin erhielt! 

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Michelle Williams verdiente um 99 % weniger als ihr Kollege Foto: Jordan Strauss / AP / picturedesk.com

2. Claire Foy

Bekannt wurde Claire Foy besonders durch die Erfolgsserie "The Crown", in der sie Queen Elizabeth verkörpert. Leider wird sie in den kommenden Staffeln nicht mehr zu sehen sein, die Rolle der Queen wird umbesetzt. Ob das auch an der ungerechten Bezahlung liegen könnte? Denn obwohl Claire Foy unbestritten die Hauptrolle in der Serie spielte, bekam sie weniger Gage als Matt Smith, der in der Serie ihren Mann spielte. Die genaue Differenz wurde allerdings nicht bekannt gegeben, doch es wurde versichert, dass in der dritten Staffel niemand mehr Gage bekommen solle als die Darstellerin der Queen. Für die Rolle ist übrigens Olivia Coleman, bekannt aus Serien wie "The Night Manager" und "Broadchurch" im Gespräch.

3. Gillian Anderson

In "Akte X" spielen Gillian Anderson und David Duchovny Mulder und Scully – ein unschlagbares Team! Die Betonung liegt auf Team, denn keiner könnte auf den anderen verzichten. Da sollte doch auch die Bezahlung bitte schön identisch sein, oder nicht? War sie aber keineswegs. In den 90ern bekam Gillian Anderson ganze drei Staffeln lang weniger Gehalt als ihr Kollege, erst dann wurden die Gagen angeglichen. Als die Serie 2016 neu aufgelegt wurde, wurde Gillian Anderson schon wieder eine geringere Gage angeboten als David Duchovny. Gerade einmal die Hälfte sollte sie laut den Produzenten bekommen … 

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Gillian Anderson sollte auch 2016 mit weniger Gehalt abgespeist werden Foto: Chris Ashford / Camera Press / picturedesk.com

4. Hilary Swank

Als zweifache Oscargewinnerin kennt man keine finanziellen Sorgen? Stimmt nicht, Hilary Swank zumindest stand das Wasser am Anfang ihrer Karriere bis zum Hals. Mit dem Film "Boys Don't Cry" gelang ihr der große Durchbruch und sie bekam ihren ersten Oscar. Blöd nur, dass ihre Gage von 3.000 Dollar nicht einmal ausreichte, um sich eine Krankenversicherung leisten zu können. Man könnte meinen, dass mit zunehmendem Erfolg solche Ungerechtigkeiten abnehmen würden, doch auch als zweifache! Oscargewinnerin wurden ihr für einen Film 500.000 Dollar angeboten, während ihrem männlichen Kollegen zehn Millionen in Aussicht gestellt wurden. Da lehnte die Schauspielerin dankend ab. Die Gage der Schauspielerin, die die Rolle dann übernahm, soll übrigens gerade einmal 50.000 Dollar betragen haben.

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Hilary Swank: Oscar aber keine Krankenversicherung Foto: HECTOR MATA / AFP / picturedesk.com

5. Jennifer Lawrence

Zwei Jahre lang führte Jennifer Lawrence die Forbes-Liste als bestbezahlte Schauspielerin an, doch auch sie litt unter unfairen Bezahlungen. Bei dem Film "American Hustle" wurden die Schauspieler am Gewinn des Films beteiligt. Die Verträge waren eigentlich geheim, doch durch einen Hack kamen die unfairen Details ans Licht. Denn die männlichen Schauspieler wurden mit neun Prozent am Gewinn beteiligt, die weiblichen hingegen mit gerade einmal sieben Prozent.

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Bestbezahlte Schauspielerin 2016  Foto: Joel C Ryan/AP/picturedesk.com

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