Angelina Jolie und Colin Farrell in "Alexander der Große" Foto: NG Collection / Interfoto / picturedesk.com

Serien wie "Game of Thrones" und Filme wie "Troja" oder "300" zeigen, wie gerne sich die Zuschauer in längst vergangene Zeiten zurückversetzen lassen, in denen kein Smartphoneklingeln den auf Leben und Tod ausgetragenen Schwertkampf unterbricht. Natürlich wittern da die Produzenten an den Kinokassen das große Geld, doch nicht immer geht der Plan auf und so manche Produktion bleibt auf den immensen Kosten eines Kostümfilms sitzen.

1. Alexander

Im Jahr 2004 verfilmte Oliver Stone mit Colin Farrell in der Hauptrolle als Alexander der Große und Angelina Jolie als seine Mutter das Leben des makedonischen Königs und Eroberers. Die Kinofassung dauert 175 Minuten, der Final Cut ganze Dreieinhalbstunden. Das war sowohl für Publikum als auch Kritik zu viel, der Film floppte auf der ganzen Linie. Insgesamt wurde der Film sechsmal für die goldene Himbeere nominiert, Colin Farrell wurde in der Kategorie als schlechtester Schauspieler. Finanziell machte der Film auch Verluste, die Schätzungen belaufen sich auf rund 71 Millionen Dollar.

2. In 80 Tagen um die Welt

Das weltberühmte Werk von Jules Verne sollte in diesem Film locker als Action-Komödie an die Zuschauer verkauft werden. Jackie Chan und Owen Wilson konnten es aber nicht richten, der Film fuhr einen Verlust von knapp 74 Millionen Dollar ein.

3. 47 Ronin

Der Samuraifilm mit Keanu Reeves in der Hauptrolle erzählt die Geschichte des gesetzlosen Kriegers Kai, der sich der Samuraigruppe 47 Ronin anschließt. Die Geschichte der 47 Rōnin ist in Japan Kulturgut, dennoch – oder genau deswegen? – floppte der Film an den Kinokassen. Der Verlust lag bei knapp 100 Millionen Dollar. 

4. Der 13te Krieger

Den Film kennt irgendwie jeder, dennoch muss man ihn der Kategorie Flop zuordnen. Antonio Banderas spielt in dem 1999 erschienenen Film einen aus Bagdad stammenden Poeten, der sich im Auftrag des Kalifen mit den Nordmännern anfreunden soll! Die Kritiken waren gemischt, doch bei den Kinokassen blieb der Erfolg leider eindeutig aus. Das Budget des Films lag bei 100 Millionen Dollar, die Einspielergebnisse betrugen allerdings nur schmale 34 Millionen.

5. Windtalkers

Bei diesem Film mit Nicolas Cage in der Hauptrolle ging einiges schief: Er wird auf Platz vier der "zehn inkorrektesten historischen Militärfilme überhaupt" gelistet. Und auch das Publikum honorierte den Film, der vom im Zweiten Weltkrieg für die Japaner und Deutschen gleichermaßen undechiffrierbaren Navajo-Code handelt, nicht. Bei Produktionskosten von 115 Millionen Dollar und einem Einspielergebnis von 78 Millionen gilt der Film als einer der größten Flops der Kinogeschichte.

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Nicolas Cage konnte die Zuschauer nicht überzeugen Foto: Charles Sykes / AP / picturedesk.com

6. Der Untergang des Römischen Reiches

Der Film "Der Untergang des römischen Reiches" aus dem Jahr 1964 leitete auch den Untergang des Produzenten Samuel Bronston ein. Obwohl Stars wie Sophia Loren oder Stephen Boyd mitwirkten, konnte der Film, der im Jahre 180 nach Christus spielt und – wie der Name schon sagt – den Untergang des Römischen Reiches thematisiert, das Publikum nicht überzeugen. Bei einem Budget von 18,4 Millionen Dollar machte der Film 14,3 Millionen Dollar Verlust. Klingt erst mal nicht so tragisch, doch hochgerechnet auf die heutige Zeit wäre das ein Verlust von 113 Millionen Dollar.

7. Alamo

"Alamo" mit John Wayne aus dem Jahre 1960 war ein voller Erfolg, das Remake aus dem Jahre 2004 mit Dennis Quaid und Billy Bob Thornton in den Hauptrollen hingegen nicht. Erzählt werden die Geschehnisse um die Schlacht von Alamo, die 1836 in Texas ausgetragen wurde. Texanische Truppen kämpften gegen mexikanische, die Mexikaner gewannen die Schlacht und alle Texaner wurden getötet. Dramatischer Stoff, der bei den Kinokassen jedoch einen Verlust von 122 Millionen Dollar einfuhr.

8. Die Piratenbraut

Der Film aus dem Jahr 1995 war der bis dahin größte Kinoflopp der Geschichte. Die nackten Zahlen: 98 Millionen Dollar Budget – und 18 Millionen Dollar Einspielergebnisse. Rechnet man noch Werbeausgaben dazu, macht das einen Verlust von 89 Millionen Dollar, heute etwas 143 Millionen Dollar. Der Film war ein so gewaltiger Flop, dass die meisten Regisseure um Piratenfilme einen großen Bogen machten – erst Johnny Depp konnte die Piraten wieder leinwandfähig machen. Beim Film "Die Piratenbraut" wurde einzig die Filmmusik von John Debney gelobt.

9. King Arthur: Legend of the Sword

Guy Ritchie nahm sich 2017 der legendären Artussage an – mit finanziell mäßigem Erfolg. Bei einem Budget von 175 Millionen Dollar spielte der Film erst 148 Millionen ein. Auch die Kritiker fanden an dem Film keinen Gefallen, auf die Artussage selbst sei viel zu wenig eingegangen, es würde nur gekämpft werden – als mäßig unterhaltendes Popcorn-Kino ja noch tragbar, als Historienfilm komplett daneben.

10. Cleopatra

Anfangs ein Flop – heute top. Der Film aus dem Jahr 1963 galt – bis zum Erscheinen von Avatar – als der teuerste Spielfilm aller Zeiten. Das Budget, das anfangs auf zwei Millionen Dollar veranschlagt wurde, musste auf 44 Millionen Dollar aufgestockt werden. Dieser Betrag würde heute rund 300 Millionen entsprechen. Der Film mit einer langatmigen Länge von 241 Minuten erzählt das Leben von Celopatra, gespielt von Elizabeth Taylor, die für ihre Darstellung vernichtende Kritiken einstecken musste. Sie und Richard Burton verliebten sich überdies am Filmset, was ein Skandal war, da beide zu der Zeit mit anderen Partnern verheiratet waren.

Der Film trieb die Produktionsfirma 20th Century Fox an den Rande des Abgrundes – doch nur beinahe. Die Zitterpartie dauerte drei Jahre, dann waren die Ausgaben wieder eingespielt. Bis heute hat der Film rund 430 Millionen Dollar (inflationsbereinigt) eingespielt.

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