So manche Liebesgeschichte berühmter Paare ist aufwühlender als jeder Roman Foto: luizclas/Pexels

1. Kleopatra und Caesar

Die Affäre zwischen Kleopatra und Caesar zählt zu den bekanntesten Liebesbeziehungen der Geschichte. Wie viele römische Kaiser war Gaius Julius Caesar für seine starke und waghalsige Persönlichkeit bekannt. Sogar der historische Satz "Alea iacta est" (Die Würfel sind gefallen) gewann an neuer Bedeutung, nachdem er ihn bei der Überquerung des Rubikons ausgerufen hatte. Seine Bereitschaft, Risiken einzugehen, beeinflusste Roms Politik und führte die antike Republik zu neuer Stärke. Kleopatra stand Caesar in puncto Waghalsigkeit in nichts nach. Als ihr Bruder mit allen Mitteln versuchte, sie von der Einreise nach Ägypten abzuhalten, um sie zu entmachten, versteckte sie sich heimlich in einem Bettsack, der von Caesar in den Palast getragen wurde. Der Staatsmann war von der riskanten, aber cleveren Aktion sofort beeindruckt. Nach kurzer Zeit begann die Affäre zwischen den beiden mächtigen Persönlichkeiten. Politische Ziele und Machenschaften gewährten der Liebesbeziehung jedoch nur eine kurze Lebensdauer. Zudem wagte Caesar nicht, Kleopatra zu ehelichen, weil er bereits verheiratet war und einen öffentlichen Skandal vermeiden wollte. Doch die ägyptische Königin genoss lange Zeit den politischen Schutz des römischen Herrschers. Die Beziehung des Paares inspirierte zahlreiche Filmemacher, Komponisten sowie Schriftsteller - etwa William Shakespeare - und ging als eine der abenteuerlichsten Liebschaften in die Geschichte ein.

2. Ludwig I. und Lola Montez

Zu den folgenreichsten Affären des 19. Jahrhunderts gehört das Verhältnis zwischen dem bayerischen König Ludwig I. und Lola Montez, das ihn schließlich zu Fall brachte. Die junge irische Tänzerin war bekannt für ihre Schönheit und ihr kokettes Verhalten. Als sie den Münchner Hof betrat, begann der sechzigjährige König unverzüglich eine Liebesbeziehung mit ihr. Während er - blind vor Liebe - die Tänzerin mit Geschenken überhäufte, sorgte Montez im konservativen München mit ihrer selbstbewussten und freizügigen Art für Aufsehen. Zudem lösten die Ausgaben für Montez eine politische Krise aus, was schließlich zu Unruhen in der Bevölkerung führte. Der König musste seine Geliebte ins Exil schicken. Als die Tänzerin nach der Verbannung einen Rückkehrversuch startete, war der König schließlich gezwungen, abzudanken. Lola Montez wurde ein bekanntes Motiv in der Kunst. Ihr exzentrisches Leben lieferte zahlreichen Filmen und Bühnenstücken Nahrung.

3. Simone de Beauvoir und Jean-Paul Sartre

Die beiden Intellektuellen gehören vielleicht zu den ungewöhnlichsten Pärchen des 20. Jahrhunderts. Als Philosophie-Studenten lernten sie sich 1929 an der Pariser Sorbonne kennen und standen vorerst freundschaftlich miteinander in Kontakt. Bis Sartre die Initiative ergriff. Doch bereits ihr erstes Rendezvous folgte eigenen Gesetzen. De Beauvoir wollte sich nicht mit Sartre treffen und schickte stattdessen ihre Schwester, für die Sartre keine positiven Worte übrig hatte. Erst im Lauf der Zeit fühlte sich de Beauvoir jedoch immer mehr zu ihm hingezogen, da er sie nicht nur intellektuell herausforderte, sondern auch als Frau absolut gleichberechtigt behandelte – keine Selbstverständlichkeit in der damaligen Zeit. Zu Beginn ihrer Beziehung besiegelten sie einen Pakt: Sie gestanden einander Liebesaffären mit anderen zu, aber versprachen sich als Paar bedingungslose Ehrlichkeit und Vertrauen. Im Mittelpunkt sollte die Freiheit stehen, während Routine niemals ein Teil ihrer Beziehung werden sollte. Der Pakt hielt. Das Pärchen heiratete nie, bezog weitere Liebespartner in die Beziehung mit ein, hielt aber bis zu Sartres Tod aneinander fest.

Sorbonne Paris
Die Sorbonne in Paris Foto: Pxhere

4. Alain Delon und Romy Schneider

Kennengelernt hatte Romy Schneider ihren französischen Kollegen bereits 1958 im zarten Alter von 20 Jahren in Paris bei den Dreharbeiten zum Film "Christine". Eine öffentlichkeitswirksame Verlobung der beiden Turteltäubchen folgte. Schön, populär und erfolgreich avancierten sie zum Lieblingspärchen der Medien. Doch nach und nach lebte sich sich das Künstlerpaar auseinander. Litt Schneider anfänglich in Frankreich noch an mangelnden Filmangeboten, verkörperte Alain Delon das Gesicht des europäischen Films und zelebrierte seinen Ruhm mit zahlreichen Seitensprüngen. Der Durchbruch der Schauspielerin kam schließlich, als Regisseur Luchino Visconti ihr die weibliche Hauptrolle in einer seiner Theaterstücke anbot. Auf die erfolgreiche Zusammenarbeit folgten zahlreiche Filmangebote, und auch Schneider begann das öffentliche Leben in vollen Zügen zu genießen. 1963 erfuhr sie aus der Zeitung von Delons Affäre mit dessen Kollegin Nathalie Barthélémy. Letztendlich teilte er seiner Dauerverlobten Romy in einem Brief mit, dass er Barthélémy heiraten wolle. Sieben Jahre später verkörperten Delon und Schneider noch einmal ein Liebespaar - diesmal allerdings nur noch auf der Leinwand in "Der Swimmingpool".

Während die Liebesaffären zwischen Kleopatra und Caesar sowie Ludwig I. und Lola Montez die Politik der damaligen Zeit entscheidend beeinflussten, gelten de Beauvoir und Sartre sowie Delon und Schneider als die ersten öffentlichen Beziehungen ohne Trauschein, die gesellschaftlich akzeptiert wurden.

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